Facebook gibt zu: So gefährlich ist Instagram wirklich

Facebook gibt zu: So gefährlich ist Instagram wirklich

Nach außen hin steht der Facebook-Konzern hinter Instagram. Dabei sind Vorwürfe, die Social-Media-App schade ihren Nutzern, nicht neu. Interne Unterlagen belegen jetzt, dass Facebook sich dessen bewusst ist – und das wohl schon seit Jahren. Folgen hat das bisher allerdings kaum.

Mit der Übernahme von Instagram dürfte man bei Facebook aus finanzieller Sicht durchaus zufrieden sein. Schließlich gehört die Foto-App heute nach wie vor zu den beliebtesten digitalen Anwendungen der Welt. Was die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit angeht, hat man sich aber nicht unbedingt einen Gefallen getan.

Instagram: So gefährlich ist die App für jugendliche Nutzerinnen

Das zeigt derzeit ein neues Beispiel: Studien zufolge ist Instagram für einen Teil der Nutzerinnen und Nutzer eine ernsthafte Gefahr. 32 Prozent der Nutzerinnen im Teenager-Alter, die angaben, ein negatives Selbstbild zu haben – bezogen vor allem auf ihren Körper –, sollen sich durch die App noch miserabler mit sich selbst fühlen. Bei den Jungen seien es immerhin 14 Prozent. Ergeben haben das Studien, die Facebook selbst über die letzten drei Jahre intern vorgenommen hat (Quelle: The Wall Street Journal via CNBC).

Die Studien hätten zudem Hinweise auf Selbstmordtendenzen bei Nutzerinnen und Nutzern erbracht. In England sollen 13 Prozent der selbstmordgefährdeten Jugendlichen angegeben haben, dass ihre Situation mit Instagram in Zusammenhang stehe. In den USA seien es einer internen Facebook-Präsentation zufolge 6 Prozent. Kritisiert wird, dass man die Ergebnisse nicht öffentlich machte.

Die US-Medien berichten, dass man bei Facebook vor allem einen einfachen Schluss gezogen habe: Für den Großteil der Nutzer sei Instagram kein Risiko für mentale oder körperliche Gesundheit. Das Problem: Die negativen Einflüsse auf Jugendliche ergeben sich gerade aus den grundlegenden Funktionen der App, etwa Algorithmen, die den persönlichen Feed immer mit möglichst schönen Bildern füttern.

Facebook will Instagram überarbeiten, verspricht aber nichts

Im offiziellen Unternehmensblog reagierte Instagrams PR-Chefin Karina Newton auf den Bericht: Man arbeite daran, Nutzerinnen und Nutzer weg von potentiell schädlichen Inhalten zu lenken, hin zu solchen, die einen positiven Effekt haben. Man sei vorsichtig optimistisch, dass das gelingen wird.

Es gibt weit mehr neben Facebook und Instagram: Die Apps im Video gehören auf alle Smartphones:

Instagram gerät immer wieder in öffentliche Kritik. Grund sind etwa Sorgen um die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer, wie auch jetzt wieder. Aber auch fragwürdige Funktionen rufen Kritiker auf den Plan. Zuletzt stand eine geplante Instagram-Version für Kinder im Verdacht, Depressionen zu befeuern.