Huawei- und Xiaomi-Smartphones: Auffälligkeiten entdeckt

Huawei- und Xiaomi-Smartphones: Auffälligkeiten entdeckt

Xiaomi-Smartphones verkaufen sich in Deutschland wie geschnitten Brot. Das chinesische Unternehmen ist kurz davor Weltmarktführer zu werden. Huawei ist hingegen auf dem absteigenden Ast. Bei Smartphones beider Hersteller hat das litauische Zentrum für Cybersicherheit jetzt Warnungen ausgesprochen, da Auffälligkeiten entdeckt wurden. Man solle die Geräte so schnell wie möglich loswerden, heißt es in dem Bericht.

Huawei und Xiaomi: Litauen warnt vor chinesischen Smartphones

Erst kürzlich haben wir erfahren, dass Xiaomi seine Smartphones aus der Ferne sperren kann, wenn diese in einer Region aktiviert werden, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben. Damit hat das chinesische Unternehmen große Macht über die eigenen Modelle. Das litauische Zentrum für Cybersicherheit hat beim Xiaomi 10T Pro weitere Auffälligkeiten entdeckt (via Golem):

Der vorinstallierte Mi-Browser setzt auf Chinese Sensor Data und sammelt unzählige Daten des Smartphones, die regelmäßig an Xiaomi übertragen werden. Das Problem dabei sei, dass das chinesische Unternehmen die Daten in Länder schickt, die nicht der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) unterliegen und analysiert werden können. Die Sicherheitsbehörde bezeichnet das als „überzogene Datensammlung von Nutzeraktivitäten“.
Xiaomi-Smartphones sind zudem mit einer Zensurfunktion ausgestattet, die in Europa zwar nicht aktiv ist, aber jederzeit in Betrieb genommen werden kann. Im Zeitraum der Untersuchung wurden 449 Schlüsselwörter entdeckt, die Xiaomi zensieren kann. Die Liste wird auch immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Für die Aktivierung der Zensurfunktion bedarf es nicht der Zustimmung der Nutzerin oder des Nutzers. Aktuell sei sie auf chinesische Schriftzeichen beschränkt, könnte aber auch auf lateinische Schriftzeichen ausgeweitet werden.

Ein Xiaomi-Sprecher hat uns auf Anfrage folgende Stellungnahme zu dem Thema geschickt:

„Die Geräte von Xiaomi zensieren keine Kommunikation mit oder von ihren Nutzern. Xiaomi hat und wird niemals persönliche Aktivitäten seiner Smartphone-Nutzer einschränken oder unterbinden, wie z. B. das Suchen, Anrufen, Surfen im Internet oder die Verwendung von Drittanbieter-Kommunikationssoftware. Xiaomi respektiert und schützt die gesetzlichen Rechte seiner Nutzer in vollem Umfang. Xiaomi erfüllt die Allgemeine Datenschutzverordnung der Europäischen Union (GDPR).“

Bei Huawei lauten die Vorwürfe etwas anders. Dort wurde das Huawei P40 Pro untersucht:

Wenn man in der App Gallery von Huawei eine App nicht findet, wird man laut den Sicherheitsexperten auf APK-Seiten weitergeleitet, auf denen man sich die Android-Apps trotzdem runterladen kann. Das ist ein Sicherheitsrisiko, da dort die Inhalte nicht geprüft werden.

Das ist aber nichts neues und wurde auch nicht von Huawei verheimlicht. Es ist eher ein Feature, das natürlich ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellt, wenn man an die falsche Quelle gerät. Huawei übernimmt ja da keine Garantie, dass die Apps aus anderen Quelle sicher sind.

Das neue Flaggschiff-Smartphone von Xiaomi im Video:

Bei OnePlus-Handys keine Auffälligkeiten

Neben dem Handy von Huawei und Xiaomi wurde auch das Oneplus 8T 5G untersucht. Dort ist den Sicherheitsexperten nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Die Smartphones des chinesischen Herstellers sind also sicher.

Das litauische Zentrum für Cybersicherheit empfiehlt nun, dass man sich so schnell wie nur möglich von chinesischen Smartphones trennen soll, um kein Sicherheitsrisiko einzugehen.