Smartphone reparieren: So groß ist der Bedarf wirklich

Smartphone reparieren: So groß ist der Bedarf wirklich

Mehrere Ansätze der EU sollen helfen, die Reparierbarkeit von Smartphones und Tablets zu fördern und sie für Verbraucher attraktiver machen. Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom hat jetzt festgestellt, dass das Interesse bisher verhalten ist.

37 Prozent lassen ihr kaputtes Smartphone reparieren

Wer erinnert sich nicht: Vor einigen Jahren waren die Aufschreie groß und zahlreich, als die Smartphone-Hersteller begannen, reihenweise auf festverbaute, verklebte Akkus umzusteigen. Als Laie hat man seitdem praktische keine Chance mehr, Einzelteile – seien es Akku, Display oder andere Hardware-Komponenten – auszutauschen, wenn sie doch einmal den Geist aufgeben.

Und seit dem? Haben wir uns längst daran gewöhnt. Einige löbliche Ausnahmen gibt es zwar (wieder) wie etwa das Fairphone 4, aber das Gros der Verbraucher kennt heute keine Smartphones mehr von innen. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom, laut derer 37 Prozent der befragten Smartphone-Besitzer ihr Gerät schon einmal haben reparieren lassen (Quelle: Bitkom).

Dabei bezieht man sich auf alle möglichen Arten zur Reparatur: durch den Hersteller oder den Händler, bei einer unabhängigen Werkstatt oder in Eigenregie. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Mit knapp zwei Drittel der Befragten hat die Mehrheit ihr Smartphone noch nie reparieren lassen. Der Anteil derer, die das nie nötig hatten, ist gering: 92 Prozent gaben an, bereits einen Defekt an ihrem Gerät gehabt zu haben, 52 Prozent legten sich dann ein neues zu.

Apple, Samsung, Xiaomi? Egal, reparieren ist zu teuer

Natürlich ist das Ergebnis der Umfrage durch die aktuelle Situation beeinflusst, in der es in der Regel schwer ist, ein Smartphone zu reparieren – und längst nicht in jedem Fall auch lohnenswert. 80 Prozent derer, die sich gegen eine Reparatur entschieden, nennen die hohen Kosten als Grund.

Am Vorbild des neuen Energielabels – im Video zu sehen –, könnte auch der Reparierbarkeitsindex für Smartphones ausgerichtet werden:

Gerade diesen Status quo sollen die geplanten Vorschriften verändern. Die Einführung eines Reparierbarkeitsindexes nach französischem Vorbild steht etwa zur Debatte. Harte Regeln für die Hersteller von Smartphones und Tablets werden gefordert. Sie sollen Verbrauchern bessere Geräte garantieren.

Ob beziehungsweise wie sehr das im Interesse der Kundinnen und Kunden ist, muss sich zeigen, wenn es soweit ist. Laut der Umfrage kann eine Trendwende gelingen, wenn Reparaturen erschwinglicher werden. Dafür wünschen sich die Befragten etwa Steuererleichterungen oder einen Bonus wie in Thüringen.