Verbraucherschützer warnen: Deutsche zahlen zu viel für Mobilfunk

Verbraucherschützer warnen: Deutsche zahlen zu viel für Mobilfunk

Ob Telekom, Vodafone, o2 oder einer der Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz – wer in Deutschland Mobilfunk und mobiles Internet nutzt, zahlt Spitzenpreise verglichen mit anderen europäischen Ländern. Für Verbraucherschützer ist das unnötig – und der Grund völlig klar.

Im europäischen Vergleich sind viele Produkte und Dienstleistungen in Deutschland teuerer als in anderen Ländern. Das trifft auch beim Mobilfunk zu und hat nichts mit dem ehemals so teuren Roaming zu tun. In Deutschland kostet die gleiche Leistung einfach deutlich mehr als anderswo.

Mobilfunk und Internet am Smartphone: Deutsche zahlen Spitzenpreise

Klaus Müller, Vorsitzender des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), meint: „Die nackten Zahlen zeigen, dass wir in Deutschland mit die teuersten Gebühren und Preise für Mobilfunk und mobiles Internet haben“ (Quelle: dpa via Spiegel). Wie hoch die Unterschiede einer jüngsten Untersuchung des VZBV zufolge sind, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Laut Müller gebe es keine Gründe, warum das so sein müsse, abgesehen von zu wenig Wettbewerb. Hier sieht der Verbraucherschützer Handlungsbedarf. Um Wettbewerb zu stärken, müsse man etwa für kürzere Vertragslaufzeiten sorgen. Eine entsprechende Gesetzesänderung war zwar im Sommer geplant, enthält nun aber nur einfachere Möglichkeiten zur Kündigung, keine generell verkürzte Mindestlaufzeit.

Gerade mit den Lehren der Pandemie im Hinterkopf müsse man sich eines bewusst sein: „Es gibt einen ganz großen Bedarf in Deutschland, digital noch schneller – und dann bitte auch günstiger – zu werden.“ Es geht demnach nicht nur um günstigere Preise, sondern auch um mehr Leistung und bessere Abdeckung. Im 5G-Bereich hat Deutschland was das angeht noch Luft nach oben.

Wenn günstiger Mobilfunk schwer zu kriegen ist, macht es Sinn beim Handy zu sparen. Preiswerte Smartphones findet ihr im Video:

Verbraucherschutz: Kunden wollen mehr Flexibilität

Bei der Regulierung müsse die Politik aufhören, sich an den Anbietern zu orientieren und endlich die Verbraucher zum Maßstab machen. „Die wollen mehr Flexibilität und günstige Preise“, ist sich Müller sicher. Gleichzeitig sei man heute noch mehr auf günstige und schnelle Datenverbindungen angewiesen, für private Dienste ebenso wie fürs Arbeiten von Zuhause aus oder unterwegs.

Immerhin: Im Vergleich zu den Vorjahren fallen auch in Deutschland die Preise kontinuierlich. Verglichen mit 2016 zahlten Verbraucher vor der Pandemie bereits nur noch etwa die Hälfte pro Gigabyte Datenvolumen.